Nachdem ich die Freude hatte, schon etliche Kabarettisten für meine Zeitung "Der Zwiebel" zu interviewen, kann ich nur eines dazu bemerken: Jeder Kabarettist hat seinen eigenen Weg auf die Bühne gefunden. Meinen Weg zum Kabarettisten habe ich einer fast tödlichen Krankheit zu verdanken. Hier meine Geschichte, wie mein großer Traum in Erfüllung ging.

 

DANK, Toastmasters!

 

Toastmaster zu werden, war für mich eine der wichtigsten Entscheidungen meines Lebens. Bevor ich Toastmaster wurde, hatte ich ein schweres gesundheitliches Problem. Aufgrund einer schweren Bauchspeicheldrüsenerkrankung war ich zusammengebrochen und ins Spital eingeliefert worden. Dass ich das Krankenhaus überhaupt lebend verlassen konnte, war ein Wunder. Viele Dinge waren mir dann absolut unmöglich. Ich musste neu gehen lernen. Ich war lange Zeit nicht mehr in der Lage, mein Haus zu verlassen. Fast 2 Jahre konnte ich kein einziges mal schmerzfrei essen. Mein Spiegelbild zeigte mir einen völlig fremden Menschen. In dieser Zeit verlor ich das allerwichtigste, was ein Mensch überhaupt verlieren kann. Ich verlor mein Selbstvertrauen.

 

In der Genesungszeit fühlte ich intuitiv, dass ich dringend eine Änderung herbeiführen muss und beschloss, Toastmaster zu werden. Der herzliche Empfang beim Besuch meines ersten Toastmasterabends gab mir das Gefühl, goldrichtig zu sein.

 

Der Beginn fiel mir sehr, sehr schwer. Bei meinem Eisbrecher Anfang Jänner 2011 stellte sich heraus, dass ich beim Reden große Atemprobleme hatte. Es war mir fast unmöglich, vor einer größeren Gruppe zu sprechen. Ich kochte geradezu über, weil alles viel zu schnell aus mir heraussprudelte. So kämpfte ich mich mit der Unterstützung einer erfahrenen und einfühlsamen Mentorin weiter und nach 3 Projekten ging es mir noch so schlecht, dass ich mich immer wieder fragte:„Warum tue ich mir das an?“

 

Der alles entscheidende Moment in dieser Phase war für mich meine erste Stegreifmoderation, die ich durchführte und da bekam ich am 11.04.2011 folgendes „toasmasterliches e-mail“ von Vicky Lombard:

 

Die Stegreifredenrunde war filmreif! Rudi, der Moderator und Stimmungsmacher, rief die Anwesenden auf, Witze bzw. humoristische Anekdoten zu erzählen, was zu einem erhöhten Lach- und Lärmpegel führte“.

 

Wow“!!! Das hob mein Selbstvertrauen immens. Ab diesem Zeitpunkt hatte ich meine Redeangst endgültig besiegt. Seit diesem Tag wurde die Kunst des „öffentlichen humorvollen Redens“ meine Lieblingsbeschäftigung.

 

 

Am 01. Oktober 2011 beschloss ich einen ganz neuen Weg zu gehen und begann Material für mein Kabarett zu sammeln. Am 02.02.2012 hatte ich dann meine Premiere, die es ohne der Erfahrung, die ich bei den Toastmasters gesammelt habe, nie und nimmer gegeben hätte.Dank Toastmasters,  bin ich jetzt „Quardian von der Munde, der Kabarettist!“.



 

 

Quardian

von der Munde

 

CC (Kompetent Kommunikator) 
 

 

Wobei ich nicht vergessen darf, vor meiner schweren Krankheit, war ich als Kreativ- und Werbeberater, Unternehmer und Veranstalter aktiv. Das öffentliche Reden gehörte zu meinem täglichen Handwerk. Meine Präsentationen bei den Top 500 Firmen waren legendär. Auch meine Moderationen waren professionell.

 

Wobei ich nicht vergessen darf, vor meiner schweren Krankheit, war ich als Kreativ- und Werbeberater, Unternehmer und Veranstalter aktiv. Das öffentliche Reden gehörte zu meinem täglichen Handwerk. Meine Präsentationen bei den Top 500 Firmen waren legendär. Auch meine Moderationen waren professionell.

 

Nach meiner schweren Bauchspeicheldrüsenerkrankung war es so, dass ich mich wie ein kleines, eingeschüchtertes, verschrecktes und mich wie ein sehr, sehr ängstliches Kind verhielt. Meine Seele war scheinbar so verletzt, dass aus einem extrovertierten Menschen, der auf alle lachend und mit großer Freude zuging, ein ängstlicher Mensch wurde. Meine Lage war hoffnungslos - aber nicht ernst! Für mich persönlich war alles sehr ernst und hoffnungslos.

 

Es war zu vergleichen wie die Mutter die ihren Sohn unbedingt in die Schule schicken wollte:

 

Es war zu vergleichen wie die Mutter die ihren Sohn unbedingt in die Schule schicken wollte:

 

Mama: "Bua aufschtian, Du muascht in die Schual!" 

Bua: (weinerlich) "Mama, i mog nit"

Mama: (energischer)"Bua aufschtian, Du muascht in die Schual!

Bua: (noch weinerlicher) "Mama, i mog nit, i mog nit, die Kinder lachen mi aus!"

Mama: (wird total energisch) "Bua, Du muascht aber jetzt wirklich aufstiahn,

weil Du in die Schual muascht, schließlich und endlich bisch ja Duu der Direktor!"

 

 

Heute habe ich mein Leben dem Kabarett und der Comedy verschrieben. Ich glaube an die Kraft des Lachens. Wenn ich einmal gestorben bin, dann tragt mich bitte hoch hinauf und haut einfach nur ein paar Steiner auf mich drauf. Ganz in meiner Familientradition, will ich dass bei meinem Begräbnis getanzt, gesungen und gefeiert wird.  Wer sich erlaubt an diesem Tag zu weinen, dem garantier ich schon heut, mit dem sprech ich nie wieder ein einziges Wort.

  

Dank Toastmasters kam ich auf die Kabarettbühne. Jetzt genieße ich es wieder, mich zu präsentieren. Das "öffentliche humorvolle Reden" ist jetzt für mich: "Kabarett, Theater, Spiel und Schmäh!".

 

Toastmasters International stellt ein ganz besonderes rhetorisches Trainingsprogramm mit verschiedenen Stufen und Projekten bereit. Dieses wird von den Mitgliedern der Clubs im Rahmen verschiedener Projekte genutzt, wozu einzelne Reden wie etwa auch die Organisation von Veranstaltungen, Festen und Treffen gehören können.
 
Diese durchaus amerikanische Einrichtung setzt sich auch im europäischen Raum immer mehr durch. Das besondere daran ist, es gibt keinen Rhetoriklehrer, der sich selbst produziert. Jeder ist sowohl Lernender, als auch Lehrender.
 
Dadurch dass fast 3.000.000 Menschen das Programm seit 1924 absolviert haben, kamen aus dieser Organisation sehr populäre Persönlichkeiten hervor. Wie Anthony Robbins,  Deepak Chopra, Harvey Mackey, die Imageberaterin Renata Dorner aus Wien und viele andere.
 
Nach meiner schweren Krankheit, habe ich mir bei den Toastmasters das Handwerk als Kabarettist angeeignet. Meine große Leidenschaft für das "öffentliche humorvolle Reden" wurde bei den Toastmasters erweckt.
 
 

http://www.toastmasters.org/